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56-Jähriger aus Moers vermisst: Polizei geht von Mord aus

Mysteriöser Vermisstenfall aus Moers
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Polizei geht von Mord aus

Seit dem 12. September ist der Änderungsschneider Kazim Tatar verschwunden. Vom mysteriösen Vermisstenfall zum mutmaßlichen Tötungsdelikt wird der Fall aber erst drei Wochen nach seinem Verschwinden de el durch einen Model.

Was ist mit Kazim Tatar aus Moers passiert? Seit dem 12. September wird der Scherpenberger, seit etwa zehn Jahren an der Homberger Straße 335 – direkt neben Edeka – eine kleine Änderungsschneiderei mit Heißmangel betreibt, vermisst. Mittlerweile geht die Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der 56-Jährige Opfer eines Tötungsdelikts wurde und die Wohnräume, die sich im hinteren Bereich des weiß gestrichenen Ladenlokals befinden, ein Tatort sind. Was den Ermittlern bislang allerdings fehlt, ist eine Leiche. Mit Fahndungsplakaten in Moers, Duisburg, Krefeld und Wesel wendet sich die Kripo deshalb jetzt an die Öffentlichkeit.

Bekannt ist bislang, dass Tatar bis zum 12. September für mehrere Wochen im Urlaub warfare. An diesem Tag ist er aus Elazig in der Türkei zurückgekehrt und mit dem Flugzeug in Düsseldorf gelandet. Laut Arno Eich, der bei der Kripo in Duisburg das Kriminalkommissariat 11 und die zuständige Mordkommission leitet, wurde der Moerser am Flughafen von einer bislang unbekannten Particular person abgeholt und zu Hause, in Scherpenberg, abgesetzt. „Dafür gibt es Zeugen“, sagt Eich. Seitdem fehlt von dem 56-Jährigen jede Spur.

Vom mysteriösen Vermisstenfall zum mutmaßlichen Tötungsdelikt wird der Fall aber erst drei Wochen nach seinem Verschwinden – am Freitag, 7. Oktober, gegen 15 Uhr. An diesem Tag brennt es in der Wohnung von Kazim Tatar.

Weil in dem Mehrfamilienhaus, das dem Moerser und seiner getrennt lebenden Ehefrau gehören soll, auch noch weitere Familienangehörige wohnen, schaltet sich die Kripo ein und findet Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung. „Diese wiederum in den Kontext mit dem Vermisstenfall zu setzen, ist erst relativ spät durch den Einsatz von Brandsachverständigen und Spürhunden gelungen“, sagt Eich.

In den Tagen nach dem Model durchsuchen jedenfalls Polizisten mit ausgebildeten Personen- und Leichenspürhunde mehrfach die Wohnung des Vermissten. Am Ende steht für die Ermittler die Erkenntnis, dass Tatar am späten Nachmittag oder Abend des 12. September in seiner Wohung ankam, diese aber wohl nicht mehr lebend verließ. Das Feuer wurde demnach gelegt, um Spuren zu verwischen.

Fest steht: Der Änderungsschneider warfare in Scherpenberg bekannt und beliebt. Sowohl bei Fb, als auch beim Gespräch vor dem benachbarten Supermarkt wird er als „sehr nett und freundlich“ beschrieben.

Zwar hatten sich Freunde und Kunden des 56-Jährigen direkt einen Tag nach seiner Ankunft, am 13. September, besorgt an die Polizei gewandt, weil die Änderungsschneiderei – anders, als angekündigt – nicht öffnete. „Man warfare sich aber auch nicht sicher, ob Tatar nicht möglicherweise doch verreist ist“, sagt Eich. „Innen im Fenster des Ladenlokals hing nämlich ein Zettel, auf dem stand, er sei bis zum 8. Oktober in der Schweiz, obwohl der Vermisste keinerlei persönliche Beziehungen dorthin hatte.“ Am Tag, als der Model ausbrach, wurde dieser Zettel entfernt. Die Polizei geht deshalb davon aus, dass der oder die Täter die Notiz angebracht haben, um vom Verschwinden des Moersers abzulenken.

Über die Bundesgrenzen hinweg haben die Beamten der Kripo bislang Recherchen angestellt, um herauszufinden, was mit Kazim Tatar passiert sein könnte. Durchsuchungen, Vernehmungen und die Auswertung von technischen Daten haben bisher aber keinen Erfolg gebracht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt Eich. „Deshalb ist auch jede Beobachtung und jeder mögliche Zeugenhinweis für uns wichtig. Wenn unsere Theorie stimmt, muss die Leiche von Kazim Tatar irgendwie abtransportiert worden sein. “

Eine Spur führt die Polizei auch ins Scherpenberger Wäldchen. Spürhunde hatten dort angeschlagen, deshalb wurde das Areal am Freitag noch einmal genauer untersucht.

Gleich vier Hunde hatten die Ermittler beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW dafür angefordert. Leichenspürhunde können den Geruch von Blut und totem Fleisch auf viele Meter riechen. Für die Tiere, sagt Hauptkommissar Frank Dierks, kann der Einsatz wahnsinnig anstrengend sein. Wird ein Hund müde, wechseln die Beamten ihn aus.

Insgesamt vier Stunden sind die Tiere im Wäldchen unterwegs, dann ziehen die Beamten wieder ab. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilt, sei die Suche ergebnislos verlaufen. Nun hofft man auf die öffentliche Suche nach dem Vermissten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Polizei sucht nach vermisstem Moerser

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