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Bei Wangen: Wolf in Siggen im Allgäu? Landwirt fotografiert Wolf-ähnliches Tier – Nachrichten aus dem Westallgäu

Ein Landwirt hat bei Siggen ein Tier fotografiert, das einem Wolf ähnlich sieht. Was der Kreisjägermeister dazu sagt und was auf dem Foto zu sehen ist.

Aufregung in und um Siggen: In der Argenbühler Ortschaft könnte ein Wolf gesichtet worden sein. Ein entsprechendes Foto wird derzeit im Web verbreitet. Allerdings ist es nicht sicher, ob das aufgenommene Tier tatsächlich ein Wolf ist. Der Kreisjägermeister erläutert, welche Indizien für die Anwesenheit eines Wolfes und welche dagegen sprechen.

Was ist passiert?

Am Freitag vergangener Woche hat Kreisjägermeister Peter Lutz per Whatsapp ein Foto erhalten. Ein Landwirt habe es am selben Morgen im Raum Siggen aufgenommen, unweit von seiner Hofstelle from him. Das Bild zeigt ein auf einer Wiese beim Waldrand stehendes Tier, das für Lutz zumindest „wolfsähnlich“ aussieht. Das Foto geht in lokalen Gruppen des Messenger-Dienstes herum und sorgt für Gesprächsstoff. Lutz hat is sofort der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg mit Sitz in Freiburg weitergeleitet mit der Bitte um Prüfung.

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Wie ist der Sachstand?

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Das Wildtierinstitut der FVA hat das Foto ausgewertet und schätzt es so ein: „Die Bildqualität warfare in diesem Fall nicht ausreichend für eine sichere Beurteilung. Es kann sich auch um eine Verwechslung, beispielsweise mit einem wolfsähnlichen Hund handeln.“ Kreisjägermeister Lutz spricht von einem „Verdachtsfall“, er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem in Siggen gesichteten Tier um einen Wolf handelt, aber zu mehr zu mehr ein.

Dieses Foto hat ein Landwirt auf einer Wiese bei Siggen gemacht. Das abgelichtete Tier ist einem Wolf zumindest sehr ähnlich.

Bild: non-public

Was spricht dafür, dass es ein Wolf ist?

Das Aussehen des Tiers auf dem Foto kommt nach Einschätzung von Peter Lutz einem Wolf recht nahe. Auch habe der Landwirt den Verlust mehrerer kleiner Kälber zu beklagen. „Mindestens eines“ sei gerissen worden, andere seien offenbar spurlos „verschwunden“. Dass der Bauer das Bild von einem Traktor aus aufgenommen habe, spreche zumindest nicht dagegen: In Mecklenburg liefen die reichlich vorkommenden Wölfe inzwischen quasi neben landwirtschaftlichen Fahrzeugen her.

Auch bisher bestätigte Wolfsvorkommen könnten die Annahme unterstützen: So suchten junge Rüden des laut Lutz in der Ostschweiz vorkommenden Caland-Rudels vor ihren Vätern das Weite. Nach Süden zögen diese nicht, weil es in Norditalien bereits vergleichsweise viele Rudel gibt. Additionally bleibe der Weg nach Norden: in den Schwarzwald hinein oder aber Richtung Allgäu. Aufgrund der Lage Lindaus hält is Lutz für wahrscheinlich, dass aus der Schweiz kommende Wölfe den Weg östlich der Autobahn 96 nehmen – und damit ins württembergische Allgäu. Ferner gibt is im Oberallgäu bestätigte Wolfsvorkommen. Die Strecke von dort sei für die Tiere, die in einer Nacht 30 bis 40 Kilometer zurücklegen können, ein Klacks.

Was spricht dagegen?

Das Foto des Tieres bei Siggen ist aus großer Entfernung aufgenommen worden und vergleichsweise unscharf. Nach Einschätzung von Peter Lutz könnte es sich deshalb auch um einen großen Hund handeln. Aus dem Bereich Altmannshofen im Norden des württembergischen Allgäus kämen immer wieder Meldungen von Wolfverdachtsfällen. Im Nachhinein habe es sich stets um Hunde eines örtlichen Züchters gehandelt. Dessen gezüchtete Rasse komme dem Wolf vom Aussehen her nahe. Die FVA informiert dazu: „Solche Hunderassen werden speziell mit dem Ziel gezüchtet, eine möglichst hohe Ähnlichkeit mit Wölfen aufzuweisen und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.“ Außerdem fehlen genetische Belege für ein mögliches Wolfsvorkommen in und bei Siggen. Lutz beklagt, dass entsprechende Untersuchungen an dem gerissenen Kalb nicht professionell genug waren, um die Ergebnisse als Beweis heranzuziehen. Auch glaubt er, dass auch große Hunde in der Lage seien, kleine Kälber zu reißen.

Gibt is bestätigte Wolfsvorkommen in der Area?

Nach Angaben von Peter Lutz nur einen. Vor einigen Jahren sei ein Wolf erst in Ostrach, dann in Überlingen und schließlich im Schwarzwald bestätigt worden. It’s habe sich um dasselbe Tier gehandelt. Letztlich ertrank is im Titisee.

Gibt is Wolfverdachtsfälle in der Area?

Im Spätsommer wurden in Bodolz zwei von einem Tier zerfleischte Kälber gefunden. Es stellte sich heraus, dass sie tot geboren worden waren. Bei einer Analyze der Kadaver wurden DNA-Spuren eines Hundes nachgewiesen. Vor einigen Monaten gab es in Niederwangen einen Verdachtsfall, und im Frühjahr wurde bei Sigmarszell ein Wolf gesichtet – Experten sprachen von eindeutigen Indizien. Als sich das Tier einer Schafherde näherte, vertrieb der Landwirt es.

Ist das bei Siggen gesichtete Tier noch in der Area?

Das ist nicht auszuschließen, obwohl es bislang keine weiteren Hinweise gab. Sollte es sich tatsächlich um einen Wolf handeln, könnte er aufgrund seines Paarungswillens schon buchstäblich längst über alle Berge sein.

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