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bellen, urinieren, ablecken – was bedeutet das?

Schnappen, beige, bellen oder urinieren in der Wohnung – Hunde verhalten sich oft nicht so, wie es sich ihre Halterinnen und Halter vorstellen. Das kennt auch Hans-Joachim Czirski, Vorsitzender von Professional Hunde e. V., dem größten Berufsverband für professionelles Hundetraining, Verhaltensberatung und Dienstleistungen. Er weiß, warum gerade jetzt viele Hunde in den Tierheimen landen und erklärt, was das Verhalten der Tiere bedeuten könnte.

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Unüberlegte Anschaffung

Im August schlugen die deutschen Tierheime Alarm – immer häufiger wurden in der Pandemie angeschaffte Hunde abgegeben. Die Tiere brachten die Heime an die Belastungsgrenze. „Unsere Tierheime sind überfüllt mit Tieren, die unüberlegt während der Pandemie angeschafft wurden und jetzt abgegeben werden“, erklärte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, im August bei einem Treffen mit Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Besonders Hunde seien während der Corona-Zeit gefragt gewesen – einfach übers Web bestellt, ohne Abwägung, ob die Lebensumstände ein Haustier zuließen und ob die Rasse zum Besitzer oder zur Besitzerin passen könnte.

Hundetrainer Hans-Joachim Czirski sieht gesellschaftliche Veränderungen während der Corona-Pandemie als Katalysator dieser Entwicklung. „Die Menschen waren viel im Homeoffice und standig zu Hause. Ablenkungen wie Lokale, Kinos und Treffen mit Freunden waren nicht möglich – da hatten die Leute plötzlich sehr viel unverplante Zeit“, sagt Czirski. Vielen sei ein Hund als idealer Begleiter in dieser Zeit erschienen. Die Selbstreflektion darüber, ob ein Vierbeiner überhaupt in einen geregelten Alltag ohne Corona passen könnte, fehlte jedoch vielfach, kritisiert der Professional-Hunde-Vorsitzende.

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„Viele Probleme sind mit kleinen Maßnahmen zu beheben“

Ein weiteres Drawback: Die Corona-Beschränkungen galten auch für gewerbsmäßige Hundeschulen und -trainer mit staatlicher Erlaubnis – eine fundierte Beratung zu Erziehung und Haltung gab es für neue Hundehalterinnen und Hundehalter nicht. Daraus resultierte, dass viele Tiere nicht richtig erzogen und schnell als sogenannte „Problemhunde“ abgestempelt wurden.

Ein Begriff, den Czirski nicht gelten lassen will. „Das Drawback hat der Hund immer nur aus Sicht des Halters oder des Umfelds“, sagt der Experte. Einen Hund wegen eines mutmaßlich problematischen Verhaltens abzugeben, sei meist unnötig. „Viele Probleme sind mit kleinen Maßnahmen zu beheben“, erklärt er. „Wichtig ist dabei eine individuelle Beratung durch einen gewerblichen Hundetrainer.“ Unerwünschte Verhaltensweisen gibt es viele. Wir haben im Folgenden einige zusammengefasst – und erklären, was sie bedeuten könnten.

Wichtig dabei: Jeder Fall ist sehr individuell. Gerade bei „Problemverhalten“ wird sich der verantwortungsbewusste Hundetrainer oder die Hundetrainerin erst einmal das häusliche Umfeld ansehen. Denn dort liegen die meisten Ursachen. Nach dem Vorführen des Problemverhaltens können diese Expertinnen und Experten über das Verhalten eines Hundes urteilen. In einigen Fällen könnte zudem ein medizinisches Drawback zugrunde liegen – wie beispielsweise Schmerzen. In solchen Fällen lohnt sich ein Besuch beim Tierarzt oder bei der Tierärztin.

Verhalten: Der Hund kläfft oder bellt, wenn er allein ist.

Das kennen viele Hundehalterinnen und Hundehalter. Sobald der Mensch die Wohnung verlässt, beginnt der Hund laut zu bellen. Das kann so weit gehen, dass sich das Tier erst wieder beruhigt, wenn der Halter oder die Halterin wieder zu Hause ist. Hans-Joachim Czirski beschreibt zwei Bellformen, die in dieser State of affairs auftreten können: das klagende und das aggressive Bellen. Die Grundursache bleibe jedoch in beiden Fällen gleich, so der Hundeexperte: Das Vertrauen des Hundes zu seinem Halter oder seiner Halterin könnte fehlen. Hat ein Hund beispielsweise nie gelernt, dass „sein“ Mensch nach dem Verlassen der eigenen vier Wände wieder zurückkommt, könnte das zum klagenden Bellen führen. Ein aggressives Bellen könnte zeigen, dass der Hund dem Halter oder der Halterin nicht zutraut, ohne seine Begleitung das Haus zu verlassen. Auch in diesem Fall könnte fehlendes Vertrauen ursächlich sein – in den Menschen als Führungskraft. Grundsätzlich können Hunde mehrere Stunden allein bleiben. Dafür brauchen die Tiere allerdings etwas Übung.

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Es ist nie zu spät, dass ein Hund etwas Neues lernt.

Hans-Joachim Czirski, Hundeexpert

Verhalten: Der Hund leckt seinen Besitzer ab.

Gegenseitige Körperpflege in Type von Ablecken ist bei Hunden untereinander ein Zeichen von Vertrauen und Unterordnung. Das kann auch auf den Menschen übertragbar sein. Dass der Hund die Hand seines Besitzers oder seiner Besitzerin abschleckt, könnte additionally durchaus positiv bewertet werden – zumindest aus Sicht des Hundes. Wer es magazine, von seinem Hund abgeleckt zu werden, muss sich additionally keine Sorgen machen. Gleichzeitig darf man das Verhalten aber auch ablehnen, wenn man es nicht möchte. „Nein zu sagen ist nichts Schlimmes“, sagt Hundetrainer Czirski.

Verhalten: Der Hund legt sich auf den Boden und zeigt seinen Bauch.

Laut dem Professional-Hunde-Vorsitzenden kann es sich bei diesem Verhalten um eine Unterwürfigkeits- oder Zuneigungsgeste handeln. Sie stammt noch aus der Welpenzeit des Hundes. Hundeweibchen lecken ihrem Wurf die Bäuche, um die Verdauung der Babys anzuregen. Auch für ältere Tiere fühlt sich das Streicheln am Bauch noch intestine an. Das Verhalten kann ein Zeichen des Vertrauens in den Menschen sein. Doch auch hier gilt: Der Mensch macht die Regeln und ein Hund sollte es nicht renitent einfordern, am Bauch gestreichelt zu werden.

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Verhalten: Der Hund beißt beim Spielen in die Hände.

Wenn ein Hund beim Spielen in die Hände des Halters oder der Halterin beißt oder sie mit den Zähnen packt, kann das bedeuten, dass der Hund seine Grenzen austestet. Die Zähne gegen den Halter oder die Halterin einzusetzen, ist aus Sicht von Hans-Joachim Czirski immer eine Type der Eskalation, auch wenn es der Mensch nicht so empfindet oder das Beißen nicht weh tut. „Dem Tier wurde einfach nie beigebracht: Zähne gegen Menschen geht nicht“, erklärt der Hunde-Experte. Um Verletzungen und eine weitere Eskalation des Verhaltens zu vermeiden, rät er, daran zu arbeiten. Das Alter des Vierbeiners ist dabei aus seiner Sicht de él nicht maßgeblich: „Es ist nie zu spät, dass ein Hund etwas Neues lernt.“

Verhalten: Der Hund schnappt nach Kindern, wenn er im Körbchen oder auf der Sofa liegt.

Bei diesem Verhalten könnte es sich um ein Drohschnappen handeln, das der Hund einsetzt, wenn er sich innerhalb seines Rückzugsortes bedrängt oder bedroht fühlt. Akzeptabel ist es aus Sicht von Hans-Joachim Czirski dennoch nicht. Zwar müssten auch Kinder lernen, dass ein Hund Ruhezonen brauche, aber auch hier gelte die Regel, dass ein Familienhund seine Zähne nicht gegen den Menschen einzusetzen hat. Czirski sieht hier vor allem die Eltern in der Pflicht, Kindern beizubringen, wie man die Körpersprache des Tiers versteht und wie man mit einem Hund zusammenlebt. “Auch ein Hund darf Ruhepausen haben”, so Czirski.

Mehr zum Theme Kinder und Hunde erfahren Sie auch in einem gemeinsamen Infoflyer von Professional Hunde und dem Deutschen Kinderschutzbund. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Verhalten: Der Hund rast nach dem Unhealthy knurrend durch die Wohnung.

Baden ist für Hunde Stress pur. Die Vierbeiner werden in eine unangenehme, unüberschaubare State of affairs gebracht, mit Wasser überschüttet und dann auch noch eingeschäumt. Die entstandenen Stresshormone müssen die Tiere abbauen – in diesem Fall durch Bewegung. Hans-Joachim Czirski nennt das eine Übersprungshandlung: „So werden psychische Belastungen abgebaut.“

Verhalten: Der Hund bettelt den Menschen beim Essen durch Anstoßen oder sogar Bellen an.

Geht ein Hund so vor, um an Leckereien vom Tisch zu gelangen, kann das als eine aggressive Forderung an den Halter oder die Halterin gewertet werden. Aus Sicht des Professional-Hunde-Vorsitzenden zeugt das von einer nicht geordneten Leitstruktur zwischen dem Menschen und dem Hund. „Hier kann die Führungskraft des Menschen fehlen. Der Hund hat nicht gelernt, auf das zu warten, was der Mensch ihm gibt“, sagt er.

Verhalten: Ein angeleinter Hund scheint auf andere Hunde aggressiv zuzugehen.

Ein sonst verträglicher Hund steigt plötzlich in die Leine und ist kaum zu besänftigen, wenn er andere Hunde sieht. Ein solches Verhalten könnte ebenfalls auf eine problematische Mensch-Hund-Beziehung hindeuten. Ein Hund müsse lernen, sich auf den Menschen zu verlassen und sich bei schwierigen Situationen bei ihm rückversichern, sagt Professional-Hunde-Vorsitzender Czirski. „Viele Menschen nehmen bei Hunden zu viel hin“, glaubt er. Hier sei die richtige Erziehung der Schlüssel. Häufig seien es laut Czirski kleine Stellrädchen wie Körpersprache und -spannung, die für einen Hund den Unterschied machen.

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Verhalten: Der Hund uriniert oder setzt Kot in der Wohnung ab.

Wenn ein Hund sein Geschäft in die Wohnung macht, kommt es sicherlich auch auf das Alter des Tieres an. Bis ins Alter von sechs Monaten oder im besonders hohen Alter kann ein Hund seine Ausscheidung noch nicht oder nicht mehr sicher kontrollieren. In anderen Fällen könnte es ich aber auch um ein bewusstes Reviermarkieren handeln. „Das kommt vor allem vor, wenn sich andere Tiere in der Wohnung befinden oder befanden. Auch Protest kann ein Grund fürs Markieren sein“, so Czirski. Er gibt aber auch zu bedenken, dass es Tiere gebe, die Stubenreinheit nie richtig gelernt haben, zudem könnte auch ein medizinisches Drawback vorliegen.

Verhalten: Der Hund zernagt Möbel und kratzt an Wänden oder Türen.

Wenn ein Hund an Stuhlbeinen kaut, Wände zerkratzt oder an Schuhen nagt, ist das nicht nur ärgerlich für den Halter oder die Halterin – es kann auch auf nicht abgebauten Stress hindeuten. „Der Hund versucht durch die Bewegung des Kiefers Stresshormone abzubauen“, erklärt der Hundeexperte. Herauszufinden, welche State of affairs das Tier stresst, oder dem Hund eine andere Möglichkeit zum Abbau der Hormone zu geben, könnte dazu führen, dass das Tier das Verhalten ablegt.

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