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Berlin: Wolf spaziert durch Spandau – Anrufe bei der Polizei

Hat er sich verlaufen?

Wolf in Spandau unterwegs – Anrufe bei der Polizei

Comeback der Wolfe: Drei Dinge, die man jetzt wissen muss

Comeback der Wolfe: Drei Dinge, die man jetzt wissen muss

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Ein Wolf hat die Nachbarschaft in Spandau in Aufregung versetzt. Woher das Tier kommt und was die Polizei nun rät.

Berlin. Ein Wolf auf Wanderschaft hat zu Anrufen bei der Berliner Polizei geführt. Mehrere Menschen hatten das Tier in Spandau beobachtet und Samstagabend die Polizei verständigt, teilte das Lagezentrum am Sonntag mit. Sonntagmorgen habe es erneut Anrufe gegeben, berichtete ein Sprecher. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ berichtet.

„Unsere Kollegen konnten das Tier selbst sichten und Fotos sowie Movies machen“, sagte er. Ein Experte der Senatsumweltverwaltung habe die Aufnahmen begutachtet. Nach dessen Einschätzung handele es sich um ein junges Einzeltier, wahrscheinlich einen Rüden, der vermutlich aus der Döberitzer Heide komme. „Der macht eine Sightseeingtour“, so der Polizeisprecher.

Wolfsrudel in Naturschutzgebiet westlich von Berlin

In dem Naturschutzgebiet westlich von Berlin hatte sich 2021 ein Wolfsrudel niedergelassen. Zunächst waren zwei Elterntiere und vier Welpen auf dem Areal gesichtet worden, im Mai 2022 ging die Heinz Sielmannn Stiftung von insgesamt acht Wölfen auf dem Gelände aus.



Das Tier, das nun in Berlin gesichtet wurde, sei „nicht konfrontativ“, hieß es von der Polizei. Es gebe darum bislang keine Veranlassung, einzuschreiten. Passanten sollten sich gleichwohl dem Tier nicht nähern, riet der Polizeisprecher.

Spaziergänger wollen 2022 Wolf in Gatow gesehen haben

Es könnte nicht der erste Wolf in Spandau gewesen sein. Anfang 2022 hatten Spaziergänger am helllichten Tag ein „wolfsähnliches Tier“ beobachtet, das im Ortsteil Gatow nahe des Groß-Glienicker Weges ein Reh angriff, es aber nicht tötete. Nachdem die Zeugen die zuständigen Behörden verständigt hatten, wurde das verletzte Reh ausfindig gemacht und mit einem Gnadenschuss des Försters von seinem Leid erlöst. Mit einem Bissgutachten wollten die Fachleute des Senats Klarheit darüber bekommen, ob es sich bei dem Angreifer tatsächlich um einen Wolf gehandelt hatte.

Das Ergebnis: unklar. “Die Bissspuren weisen sowohl hundeartige als auch wolfartige Merkmale auf”, sagte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, “eindeutig lässt sich das nicht identifizieren.” , wolfartige Hunde wiederum machen die Kategorisierung nahezu unmöglich. „Uns liegt zwar eine zeitgleiche Aufnahme einer Wildtierkamera vor, doch auch das dort aufgezeichnete Tier weist Merkmale beider Spezies auf“, so Ehlert, „einige Wolfsmerkmale sind gegeben, andere fehlen.“

Wolfin Julia battle in January 2020 in Berlin

Im January 2020 hatte Jungwölfin „Juli“ aus Sachsen, die einen Sender trug, nach langer Wanderung ihre Nase nach Adlershof (Treptow-Köpenick) hineingesteckt. Außer den Senderdaten hinterließ sie nach Angaben der Berliner Umweltverwaltung jedoch keine Spur. Nach kurzer Zeit wanderte „Juli“ nach Mecklenburg weiter.

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Wolfe Breiten sich weiter aus


Der Wolf breitet sich seit seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1998 langsam weiter aus. Im Wolfsjahr 2021/2022 (1. Mai bis 30. April) sei die amtlich bestätigte Zahl der Wolfsrudel bundesweit auf 161 (Vorjahr 158) gestiegen. Die Zahl der Wolfspaare legte auf 43 (Vorjahr 35) zu, die Zahl der Einzelwölfe blieb mit 21 (Vorjahr 22) annähernd konstant, teilten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) vergangenen November mit.

„Das ist ein natürliches Wachstum und ein etwas geringerer Anstieg als in den Vorjahren“, sagte die Leiterin des Fachgebietes zoologischer Artenschutz beim BfN, Sandra Balzer. Grundlage der Zahlen sind Erhebungen der Länder mit wissenschaftlich abgesicherten Nachweisen etwa durch Genspuren und Kamerafallenbilder, wie BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm betonte.

Deutscher Jagdverband will Schutzstatus senken

Der Deutsche Jagdverband (DJV) plädierte dafür, den Schutzstatus des Wolfes abzusenken. „Rudel dürfen sich im urbanen Bereich, entlang von Deichen oder im alpinen Bereich nicht ansiedeln, das Konfliktpotenzial ist zu groß“, sagte Verbandssprecher Torsten Reinwald. Tiere, die dort leben, sollten entnommen, sprich abgeschossen werden.

Dem widersprach die Tierschutzorganisation WWF: „Die aktuellen Zahlen zum Wolfsbestand zeigen es deutlich: Deutschland muss weiterhin in flächendeckenden wolfsabweisenden Herdenschutz investieren. Schein-Debatten und Wolfs-Populismus um Obergrenzen oder No-Go-Areas für Wölfe helfen hingegen niemandem“, sagte Moritz Klose, Programmleiter Wildtiere beim WWF Deutschland.

Für öffentliche Diskussionen über den streng gegen Abschuss geschützten Wolf sorgen immer wieder Attacken auf Nutztiere, vor allem auf Schafe und Ziegen. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 975 Angriffe von Wölfen mit 3374 verletzten, vermissten oder getöteten Nutztieren gemeldet. Im Vorjahr waren is 942 Attacken.

Unterstützung für Nutztierhalter kommt vom Bund

Für die Nutztierhalter gibt es in Deutschland allerdings in quick allen Bundesländern mit etablierten Wolfsvorkommen staatliche Zuschüsse für den Herdenschutz. Empfohlen werden etwa 1,20 Meter hohe Elektro-Zäune und – je nach Einzelfall – auch Hütehunde. Bundesweit seien dafür 2021 intestine 16,6 Millionen Euro ausgegeben worden, heißt es in dem Bericht. Außerdem zahlten Behörden 2021 knapp eine halbe Million Euro Schadenersatz an Eigentümer von Nutztieren.

Ein flächendeckender Herdenschutz sollte möglichst vorbeugend erfolgen, bevor Wölfe sich an das Reißen von Schafen und Ziegen oder sogar kleineren Rindern und Fohlen als vermeintlich „leichte Beute“ gewöhnen, rät das Bundesamt. Eine allgemeine Bejagung von Wölfen ist dagegen aus Sicht der Fachleute keine geeignete Maßnahme gegen Nutztierschäden. Der WWF nannte Vorschläge zu einer Bejagung des Wolfes „reine Augenwischerei“. Damit würden Mensch-Tier-Konflikte nicht nachhaltig gelöst.

Die meisten Wolfsrudel lebten laut dem Bericht 2021/2022 in:

  • Brandenburg (47)
  • Niedersachsen (34)
  • Sachsen (31)
  • Im einwohnerstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen waren es zwei Rudel

Bundesweit wird die nachweisbare Zahl der Wölfe in den bekannten Wolfsgebieten für das Wolfsjahr auf 1175 beziffert, wobei der Gesamtbestand unter anderem wegen der viele Kilometer weiten Wanderungen der Tiere nicht seriös beziffert werden kann. Es gibt auch keine Vergleichszahl zum Vorjahr.

Wolf in Deutschland streng geschützt

Wölfe stehen in Deutschland als streng geschützte Artwork unter Naturschutz. Ein Abschuss ist verboten, es sei denn, die eigentlich Menschen gegenüber scheuen Wölfe verhalten sich in der Begegnung mit Menschen aggressiv. Dann erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz einen Abschuss – offiziell „Entnahme“ genannt. Ein solcher Fall unprovoziert aggressiveen Wolfsverhaltens ist seit 1998 laut dem Bericht aber noch nicht aufgetreten.

148 Wölfe wurden laut dem Bericht in dem erfassten Wolfsjahr tot gefunden. Die meisten davon (102) starben bei Verkehrsunfällen. Immerhin 13 wurden aber auch unlawful unter Missachtung des Bundesnaturschutzgesetzes getötet.


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