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Das sollten Passanten beachten, die eine tote Wildgans finden

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From: sigi schritt

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Spaziergänger informieren Naturschützer Josef Teupe, der die tote Gans vom Reisegarten entfernt. © Sigi Schritt

Weyhe – Es warfare ein ebenso trauriger wie ungewöhnlicher Anblick für Spaziergänger und Hundehalter auf dem Areal des Dreyer Wesergartens: Im Gras warfare dort ein großer Vogel verendet. Das Tier lag auf jener Grasfläche, auf der regelmäßig Hunde frei herumlaufen, aber auch Kinder spielen. Was sollen die Spaziergänger mit dem toten Tier tun? ignore? Geht von dem Vogel möglicherweise eine Gefahr aus?Wenn ja, welche? Was ist, wenn dieses Tier die Vogelgrippe hat? Experten sehen unterschiedliche Gefahren.

Thomas Gissing, Sprecher der Polizeiinspektion Diepholz, bittet jedenfalls, in einem vergleichbaren Fall die Polizei zu informieren. Am Wochenende und an Feiertagen würden Beamte einen beliebten Erholungsort wie den Reisegarten aufsuchen, um das Tier mitzunehmen. Die Gemeinde würde es denn einem Abdecker geben, wie der zuständige Fachbereichsleiter Detlef Plate ergänzt.

Die Hundehalter entschieden sich aber für einen anderen Weg. Sie riefen den Naturschützer Josef Teupe, der auf dem Gelände regelmäßig seine Runden dreht. Dieser zog sich Handschuhe an, steckte das Tier in eine Plastiktüte und gab es in Absprache mit der Landkreis-Verwaltung beim Veterinäramt in Bremen ab.

„Es ist eine Wildgans, die offendenbar wegen frühlingshafter Temperaturen ihr Winterquartier vorab verlassen hatte“, sagt er. Eine Untersuchung bestätigt seinen Anfangsverdacht from him: Ein Labor hat in dem Tier die Vogelgrippe nachgewiesen.

„Die Gans ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Infektion gestorben“, sagt Anne-Katrin Beimforde, Sprecherin des Landkreises. Gefahren für Menschen ergäben sich nicht, auch nicht für Hunde, die an solch einem infizierten Tier schnüffeln, so die Sprecherin. Sie appelliert aus Gründen der Hygiene, sich und die mitgeführten Hunde von dem Tier fernzuhalten. Weltweit gebe es kein einziges Beispiel, dass der Vorgelgrippe-Virus auf den Hund übergeht, beruhigt die Landkreis-Sprecherin. Sollten Kinder beim Spielen das tote Tier versehentlich anfassen, sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Das Virus bleibe in der Außenwelt zeitlich nur begrenzt stabil.

Allerdings sei nie auszuschließen, dass infiziertes Materials sich zum Beispiel an den Schuhen festsetzt. Wer damit zum Beispiel ein Gelände betritt, auf dem etwa privat Hühner gehalten werden, könnte dieses Geflügel gefährden, ergänzt auf Anfrage Dr. Nils Roloff vom Fachdienst Veterinärwesen des Kreises.

Ornithologe Dr. Andreas Barkow von der Vogelschutzwarte Niedersachsen schildert eine weitere, unsichtbare Gefahr – die von einer toten, infizierten Wildgans ausgehen könnte: eine für andere Wildvögel. Die tote Gans könne die Vogelgrippe in ein Gebiet hineingetragen haben. „Die Gefahr, dass sich Vögel untereinander anstecken, ist immer gegeben.“ Deshalb müsste man so ein totes Tier einsammeln, so schnell es geht: um die Gefahren – auch für andere Wildvögel – zu minimieren. Im vergangenen Sommer gab es heftige Ausbrüche der Vogelgrippe an der Küste: Viele Brandseeschwalben seien beispielsweise dahingerafft worden.

Wie das Friedrich-Löffler-Institut mitteilt, wurden von Anfang Dezember bis zum 6. Januar bundesweit 33 Fälle des H5N1-Virus bestätigt In Niedersachsen waren es allein elf Tiere – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das Institut empfiehlt, Totfunde bei Wildvögeln den Veterinärbehörden zur Bergung und gegebenenfalls zur Untersuchung zu melden.

Sind Passanten jetzt verpflichtet, so ein totes Tier zu melden? „Es gibt weder eine Anzeige-, noch eine Meldepflicht“, so Anne-Katrin Beimforde. Sie ergänzt, dass das Viruses in der gesamten Vogelpopulation weit verbreitet und ganzjährig vorhanden sei. Zu erwarten sei, dass der Gesetzgeber darauf reagieren wird und Restriktionsmaßnahme reduziert werde, die bislang noch bei Ausbrüchen in Haltungen von Vögeln vorgesehen sind.

Von Sigi Schritt

Tipps vom Friedrich-Loeffler-Institut und von der Gemeinde Weyhe

Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit: Mögliche Gefahr auch für Katzen

Dipl.-Biologin Elke Reinking vom ergänzt auf Anfrage:

Greifvögel können sich prinzipiell über das Fressen von mit Geflügelpest infizierten Vögeln infizieren. Prinzipiell sind auch einige Säugetierarten empfänglich für eine An infection, zum Beispiel aasfressende Tiere wie Raben und Krähenvögel, Füchse, Marderhunde, Marder u. a.

Infections by Katzen kommen selten vor, aber es gibt sie.

Hunde infizieren sich nur schwer.

Das Geflügelpestvirus hält sich in Ausscheidungen infizierter Wildvögel und von Geflügel insbesondere bei kaltem und feuchten Wetter lang in der Umwelt, eine Verschleppung bzw. Einschleppung in eine Geflügelhaltung über kontaminiertes Schuhwerk oder Geräte ist möglich. Tote (Wild-)Tiere sollten generell nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Sollte dies dennoch vorgekommen sein, sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden. Dies reicht bereits, um das Virus abzutöten. Insbesondere wenn mehrere tote Wildvögel (besonders Enten und Gänse) an einer Stelle gefunden werden, sollten die örtlichen Veterinärbehörden informiert werden.

Von der Ansteckung mit dem Geflügelpestvirus bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen Stunden bis wenige Tage.

Die Erkrankungserscheinungen können sehr vielfältig sein und sind oft wenig typisch:

Symptom bei Hühnervögeln

• Stumpfes, gesträubtes Federkleid

• Schnell fortschreitende Teilnahmslosigkeit

• Verweigerung von Futter and Wasser

• Atemnot

• Niesen

• Ausfluss aus Augen und Schnabel

• Wässrig-schleimiger grünlicher Durchfall

• Zentralnervöse Störungen (abnorme Kopfhaltung, Gleichgewichtsstörungen)

• Wassereinlagerungen (Ödeme) am Kopf

• Blutstauung oder Unterhautblutungen mit blauroter Verfärbung an Kopfanhängen und Füßen

• Plötzliches Aussetzen der Legeleistung oder dünne, verformte Eier

Symptom bei Enten und Gänsen

• Teilnahmslosigkeit

• Ausfluss aus Augen und Schnabel

• Verweigerung von Futter and Wasser

• Durchfall

• Atemnot

• Zentralnervöse Störungen (abnorme Kopfhaltung, Gleichgewichtsstörungen, Zwangsbewegungen)

Tipps der Gemeinde Weyhe

Fall 1: Toter Vogel liegt in der freien Wildbahn:

Grundsätzlich sind für die Entsorgung von Wildtieren in der freien Landschaft die Jagdpächter des entsprechenden Jagdbezirkes zuständig, die id R. auch wissen, was zu veranlassen ist (z. B. verendete Rehe and so on.). Gehen solche Meldungen bei der Gemeinde ein, dann wird der entsprechende Jagdpächter informiert um die Entsorgung zu veranlassen.

Fall 2: Toter Vogel liegt in der geschlossenen Ortschaft oder auf einer Fläche, die der Gemeinde gehört:

Wenn solch ein Tier in den geschlossenen Ortschaften, oder wie in diesem Fall auf einer gemeindlichen Einrichtung gefunden wird, dann veranlasst der Baubetriebshof die fachgerechte Entsorgung. Der Baubetriebshof würde einen Mitarbeiter zur Fundstelle schicken, der in solchen Fällen besonders ausgebildet ist.

Spaziergänger finden ein totes Tier – wie sollten sie sich verhalten?

Spaziergänger sollten den genauen Fundort bei der Gemeinde oder bei der Polizei melden. Die Gemeinde kümmert sich dann um den Abtransport und die fachgerechte Entsorgung bzw. informiert die jeweiligen Jagdpächter.

Extra Handlungsempfehlungen:

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (additionally zuständig für Tierseuchen) nennt folgende Punkte:

1. Fassen Sie keine toten Vögel an!

2. Verhindern Sie einen Kontakt Ihres Hundes mit toten Vögeln!

3. Betreten Sie keinen Geflügelstall 48 Stunden nach Kontakt zu toten Vögeln!

4. Reinigen Sie Ihre Schuhe nach einem Küstenbesuch!

Wohin mit der toten Wildgans?

Wenn der Finder die Möglichkeit hat, ein solches Tier entsprechend zu verpacken, sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass er in keinen direkten Kontakt mit dem verendeten Tier kommt. ZB Tragen von Schutzhandschuhen and so on.

Was macht die Gemeinde mit dem Tier?

Die Gemeinde veranlasst eine fachgerechte Entsorgung durch einen Abdecker.

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