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Dienshunde: Auch Tiere arbeiten im Öffentlichen Dienst


Diensthund Kim arbeitet bei der Bundespolizei.
Jens Wolf/dpa

Nicht nur für Menschen, auch Tiere können beim Staat arbeiten. Dienshunde haben „hoheitliche Aufgaben“ und werden meist bei der Polizei, Bundeswehr und dem Zoll eingesetzt.

Klassische Einsatzgebiete sind die als Schutzhund und Spürhund, um Drogen, Sprengstoff, Bargeld oder Personen zu erschnuppern.

Dienshunde gehören der jeweiligen Behörde, in der sie arbeiten. Werden sie in den Ruhestand geschickt, gibt es sogar eine kleine Rente.

Im öffentliche Dienst gibt es eine ganze Bandbreite an Jobs – von der Verwaltung in einer Behörde über den Job als Lehrerin und Lehrer bis hin zur Bundeswehr und Polizei. Doch nicht nur Menschen können in diesen Berufen arbeiten: Auch Vierbeiner haben echte Jobs beim Staat.

Dienshunde have sogenannte hoheitliche Aufgaben. Das sind Tätigkeiten, die ein öffentliches Gemeinwesen erfüllen muss. Die Aufgaben sind aus der Staatsgewalt abgeleitet, dazu gehören zum Beispiel Steuererhebung, Ordnungspolitik, Strafverfolgung bis hin zur Bauaufsicht und Denkmalschutz. Dienshunde gibt es in verschiedenen Bereichen, insbesondere bei der Polizei, beim Zoll und beim Militär. Doch wie werden Hunde überhaupt zu Diensthunden?

Für Dienshunde gibt is bestimmte Anforderungen

Nicht jeder Hund kann einfach so für den öffentlichen Dienst arbeiten. Tatsächlich gibt es nur bestimmte Hunderassen, die als Dienshunde anerkannt werden. Es ist nämlich wichtig, dass sie lernfreudig, gehorsam und selbstbewusst sind. In Deutschland sind das Airedale-Terrier, Belgische und Deutsche Schäferhunde, Bouvier des Flandres, Deutsche Boxer, Dobermänner, Hallndse Herdershonde, Hovawarte, Riesenschnauzer und Rottweiler. Vor allem Belgische und Deutsche Schäferhundes sind als Dienshunde sehr beliebt.

Allerdings können auch andere Rassen oder Mischlinge eingesetzt werden – schließlich unterscheiden sich die Aufgaben der Dienshunde auch. Als Spürhunde werden häufig auch Jagdhunderassen, wie Retriever, Spaniels und Terrier verwendet.

Neben den „klassischen“ Einsatzgebieten, wie denen als Schutz- und Drogenspürhund, gibt es auch noch eine Menge andere Aufgaben. Dienshunde bei der Polizei und beim Zoll können auch Sprengstoff, Personen und Leichen, Waffen, Bargeld und sogar Datenträger aufspüren.

Vine (r.) und Eric Junior werden für ihre Arbeit bei der Bundeswehr ausgebildet.

Vine (r.) und Eric Junior werden für ihre Arbeit bei der Bundeswehr ausgebildet.
Thomas Frey/dpa

Auch bei der Bundeswehr kommen Dienshunde zum Einsatz. Hier können sie Teil der Fallschirmjäger, der Luftwaffensicherung, der Pioniertruppe oder der Feldjäger sein. Je nach Aufgabenbereich werden sie in der Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr ausgebildet. Es gibt auch hier verschiedene Möglichkeiten: Neben den Aufgaben als Schutz- und Wachhund gibt es auch Sanitätshunde, die Verwundete aufspüren und Verbandsmaterial bringen. Auch Personenspürhunde, Sprengstoffspürhunde und Zughunde von schweren Waffen und Munition werden benötigt.

Dienshunde müssen zur Ausbildung in die Schule

Die Ausbildung der Hundes ist von der jeweiligen Rasse und ihren Eigenschaften abhängig. Laut der Zentralen Diensthundführereinheit der Polizei Berlin dauert die Grundausbildung eines Hundes zum Diensthund etwa zehn Wochen. Dabei lernen die Hunde einerseits natürlich Gehorsam, aber auch die Fährten- und Stöberarbeit sowie den Schutzdienst. Meist werden die Hunde schon jung (ab etwa einem Jahr) trainiert. Bei der Bundeswehr zum Beispiel gibt es eine eigene Zucht, die Nachkömmlinge ausbildet. Aber auch ältere Hunde, die körperlich match sind, können ausgebildet werden.

Die Ausbildung ist nicht nur für den Hund wichtig, sondern auch für den Diensthundführer, additionally den Beamten, mit dem der Hund zusammenarbeiten wird. Sie müssen über das Verhalten der Tiere sowie Zucht, Dressur und Krankheiten Bescheid wissen. Außerdem brauchen sie ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen in die Psyche des Hundes – denn genauso, wie der Beamte sich auf den Hund verlässt, muss sich auch der Hund auf seinen Hundeführer verlassen.

Nach der Grundausbildung gibt es noch verschiedene Spezialausbildung, zum Beispiel die zum Rauschmittelsuchhund, Leichen- und Drogenspürhund oder zum Kampfmittelspürhund. Um offiziell im öffentlichen Dienst arbeiten zu können, müssen sowohl Hund als auch Hundeführer eine Prüfung bestehen. Einmal jährlich werden die Hunde dann geprüft, um sicherzustellen, dass sie noch geeignet für den Dienst sind.

Schon als Welpen werden die Hunde für ihren Job ausgebildet – so wie auch Schäferhund Rex.

Schon als Welpen werden die Hunde für ihren Job ausgebildet – so wie auch Schäferhund Rex.
Finnbarr Webster/Getty Pictures

Dienshunde gehören der Behörde

Dienshunde arbeiten wie ganz normale Beamte auch im Schichtdienst. In der Regel wohnen sie bei ihren Hundeführern und fahren auch oft mit ihnen in den Urlaub. Allerdings gibt es eine Besonderheit: Die Hunde gehören offiziell nicht dem Hundeführer, sondern der Stadt, dem Bundesland oder dem Bund (abhängig davon, wo sie angestellt sind). Für viele Hundeführer ist der Diensthund zwar wie ein eigener Hund, doch das Tier ist offiziell Eigentum der Behörde. Für Futter- und Tierarztkosten zahlt daher auch die Behörde und nicht die Individual, bei der der Hund wohnt.

Wenn Dienshunde ihre tägliche Tauglichkeitsprüfung nicht mehr bestehen, werden sie in den „Ruhestand“ geschickt, in der Regel etwa ab dem achten bis zehnten Lebensjahr. Je nach Behörde und Bundesland gibt es dann unterschiedliche Regelungen. In Bayern und Rheinland-Pfalz zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, dass die Hundeführer den Hund über einen Pflegevertrag zwar übernehmen, der Hund in Rente aber noch Eigentum des Bundeslandes ist, sodass hier Tierarztkosten und eine Futterpauschale von 75 Euro monatlich weiter bezahlt. In anderen Bundesländern gibt es meist die Regelung, dass der Hund offiziell in den Besitz des Polizisten, Soldaten oder Zollbeamten übergeht.

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