Skip to content

Gefahr durch rücksichtslose Hundehalter in Tölzer Bergen

  1. Startseite
  2. Locals
  3. Unhealthy Toelz
  4. Lenggries

Erstellt:

Von: Congratulations Bogner

Teilen

Die idyllisch gelegene Schronbachalm. © Hans Demmell

Nicht nur Wolf oder Bär bereiten Almbauern Sorgen. Gefahr geht immer wieder von frei laufenden Hunden aus. Deshalb appellieren Almbauern und Kreisjagdverband an die Besitzer.

Fall – In den vergangenen Wochen haben gerissene Schafe, wie beispielsweise jüngst auf Farchanter Weiden (Garmisch-Partenkirchen) für Aufsehen und heftige Diskussionen gesorgt. Auch der Wolf löst laufend Debatten aus – sein Vorkommen deél in Deutschland nimmt zu und damit wachsen auch die Übergriffe. Bei den Vorfällen aus dem Nachbarlandkreis geht man nach der Auswertung der DNA-Proben der fünf gerissenen Schafe davon aus, dass ein Hund die Tiere getötet hat. Kein Einzelfall.

Gefahr in den Bergen: Hunde ohne Leine – „Konflikte werden häufiger“

„Dieses Ergebnis deckt sich mit der Bewertung des Rissbildes der Erstbewertung“, heißt es vom Landesamt für Umwelt zu den DNA-Auswertungen. Auch wenn die dortigen Bauern das Ergebnis anzweifeln, frei laufende Hunde sind eine große Gefahr in den Bergen und Wäldern. Das bestätigt auf Anfrage Josef Heßlinger vom Kreisjagdverband Unhealthy Tölz-Wolfratshausen.

„Derartige Konflikte werden häufiger. It’s gibt immer mehr Hundebesitzer und parallel ist Bergwandern als Freizeitaktivität auch populärer geworden“, sagt der Tölzer. Generell sagt Heßlinger, dass man, ob in Wäldern im Tal oder in den Bergen, Hunde immer an der Leine führen sollte. Denn: „Hunde haben einen Jagdinstinkt, und der geht bei den meisten in gewissen Situationen einfach durch“, erklärt der Jäger und Halter eines Münsterländers. „Es gibt in einigen Gemeinden ausgewiesene Plätze oder Hundemeilen, auf denen man seinen Vierbeiner frei laufen lassen kann. Überall anders kann das gefährlich werden.“

„Hunde haben einen Jagdinstinkt und der geht bei den meisten in gewissen Situationen durch“

Allerdings kommen dieser Empfehlung nicht alle Hundehalter nach und die Sensibilität des Themas stößt nicht bei jedem auf Verständnis. Auf der „Schronbachalm“, gelegen zwischen Hohem Zwiesler und Falkenberg unweit vom Sylvensteinspeicher, haben die Almleute Thekla und Thomas Wasensteiner dies bitter zu spüren bekommen. Bei Sonnenaufgang vor der Hütte sitzend, erfreuten sie sich am Anblick zweier am Waldrand äsender Gams.

Hundehalter ohne Verständnis: „Fipsi braucht am Wochenende seinen Auslauf“

„Plötzlich ein schriller Pfiff, und blitzartig nahmen die Tiere Reißaus – verfolgt von einem hechelnden Terrier“, berichten sie. Wenig später sei das Herrchen aufgetaucht. Angesprochen auf seinen Vierbeiner, der das Wild in Panik versetzt hatte, habe der Besitzer lediglich entgegnet: „Fipsi verbringt die ganze Woche in der Wohnung und braucht am Wochenende seinen Auslauf.“ Er sei überzeugt, dass sein Hund „das Viehzeug doch sowieso nicht erwischt “. Weiter habe er gepoltert: „Euch gehört die Gegend nicht alleine. In der freien Natur kann ich machen, was ich will.“

Übrigens: Alles aus der Area gibt’s auch in unserem regelmäßigen Unhealthy-Tölz-Publication.

Josef Heßlinger ist der Sprecher vom Kreisjagdverband Bad Tölz-Wolfratshausen
Josef Heßlinger ist der Sprecher des Kreisjagdverbands Unhealthy Tölz-Wolfratshausen. © Archive

Dazu erklärt Heßlinger: „Dass Hunde die Tiere teils eh nicht erwischen würden, ist ein öfter angeführtes Argument. Aber das Downside besteht auch darin, dass Hunde die Tiere in Panik versetzen“, so der Jäger. Mögliche Auswirkungen davon seien vielschichtig: „Nicht nur, aber unter anderem wegen solcher Störungen verzieht sich Wild in den Wald – und äst nicht mehr auf Wiesen.“ Dies sei einer von vielen Gründen für vermehrten Wildverbiss.

„Überdies kommt es immer wieder vor, dass Menschen mit ihrem Hunden Rinderweiden in den Bergen betreten, was man keinesfalls darf.“ Denn die Rinder würden Hunde manchmal als Gefahr wahrnehmen. „Es kann passieren, dass die Kühe sich dem Hund stellen – das wird dann für ihn und seinen Besitzer gefährlich, oder sie nehmen Reißaus. So sind schon schlimme Rinderabstürze passiert“, betont Heßlinger.

Familie schlägt Zelt inmitten von Kälberweide in den Bergen auf

„Wie so oft ist nicht der Hund das Downside, sondern der Mensch.“ Er verstehe jeden, der mit Hund in die Berge geht. „Das tut den Tieren intestine. Aber das ist nur mit einem intestine erzogenen Hund an der Leine machbar – und fernab von Rinderweiden“, unterstreicht Heßlinger. Wie rücksichtslos sich manche in der Natur verhalten, zeigt auch eine andere State of affairs, von der die Almleute berichten. So habe kürzlich eine Familie auf der Weide zwischen Kälbern ein Zelt aufgeschlagen. „Irgendwann waren die Tiere wohl unerwünscht. Mit Bellen sollten zunächst die Hunde sie aufscheuchen. Als dies nicht gelang, begannen Eltern und Kinder sie zu vertreiben.“

Ein Radler habe sich eingemischt und wollte wissen, was die Familie da treibe. Die ella behauptete, vom Senner den Auftrag zu haben, die Kälber an den Bach zu bringen, schildern die Almleute. „Wie sich nach Rücksprache ergab, struggle das erfunden.“ Als sich Wasensteiner auf den Weg zu den Campern machte, waren sie verschwunden. „Die meisten sind rücksichtsvoll und anständig. Doch die Dreistigkeit von manchen nimmt zu“, bilanziert Wasensteiner. Daher wünscht er sich: „Im Landschaftsschutzgebiet sollten die Regeln auf den angebrachten Schildern beachtet werden. Da ist Zelten verboten und Hunde gehören an die Leine.“ (Von Felicitas Bogner and Hans Demmel)

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Area rund um Unhealthy Tölz finden Sie auf bei Merkur.de/Unhealthy Tölz.

Leave a Reply

Your email address will not be published.