Skip to content

Gemein oder tollpatschig? Hunde erkennen den Unterschied



Teilen:

25.01.2023 08:20

Gemein oder tollpatschig? Hunde erkennen den Unterschied

Seit Langem beschäftigt Verhaltensforscher:innen die Frage, ob Hunde menschliche Gedanken lesen können. Bisherige Forschungen liefern dazu keine eindeutigen Ergebnisse. Das Intelligent Canine Lab des Messerli Forschungsinstituts der Veterinärmedizinischen Universität Wien ging nun einen neuen Weg. Die Forscher:innen wählten ein Experiment, das normalerweise für menschliche Babys verwendet wird, untersuchten das Verhalten der Hunde mit 3D-Monitoring – und fanden heraus, dass die Vierbeiner menschliche Absichten unterscheiden können.

In ihrer Studie verwendeten die Forscher:innen der Vetmeduni ein Verhaltensexperiment ähnlich einem Check aus der Entwicklungspsychologie, mit dem bestimmt werden soll, ob menschliche Babys die Absichten von Erwachsenen verstehen können. Beim Experiment saß die Versuchsleiterin in einer Gitterbox mit einer durchsichtigen Kunststoffscheibe an der Vorderseite, in der sich ein golfballgroßes Loch befand. Sie bot insgesamt 48 Haushunden unterschiedlicher Rassen jeweils Leckerlis an. Einmal ließ sie das Würstel „ungeschickt“ aus der Hand fallen, sodass es wieder in die Field fiel. Oder sie zog das Leckerli zurück, kurz bevor es der Hund fresen konnte. Obwohl die grundlegenden Handgesten dieselben waren, schienen die Hunde ungeduldiger auf das Necken zu reagieren, was darauf hindeutet, dass sie den Unterschied zwischen einem Versehen und einer absichtlichen Handlung verstehen.

With 3D-Monitoring and Künstlicher Intelligenz den Hunden auf der Spur

Acht Kameras an verschiedenen Orten nahmen die Hunde während des Experiments auf. Eine von Künstlicher Intelligenz unterstützte 3D-Monitoring-Software program erfasste jede Bewegung. Wenn sie geneckt wurden, waren die Hunde nur 78 Prozent der Versuchszeit in der Nähe der Field. Fiel der Versuchsleiterin das Leckerli scheinbar unabsichtlich aus der Hand, verharrten die Hunde 11 Prozent länger vor der Plastikscheibe. Warfare das Loch in der Plastikscheibe verschlossen, liefen die Hunde schnell zur Seite des Käfigs, um so vielleicht zum ersehnten Würstel zu kommen. In diesem Fall blieben sie nur 64 Prozent der Zeit vor der Plastikscheibe.

Schwanzwedeln nach rights steht für constructive Emotionen

Die Auswertung der Daten ergab spannende Hinweise auf das Denken der Vierbeiner. Die 3D-Monitoring-Software program zeigte zum Beispiel, dass die Tiere dazu neigten, mit dem Schwanz auf der rechten Seite des Körpers zu wedeln, wenn die Versuchsleiterin ungeschickt mit dem Würstel herumfummelte. „Frühere Untersuchungen brachten Schwanzbewegungen nach rechts mit positiven Emotionen in Verbindung. Das stimmt mit der Annahme überein, dass die Hunde die Absichten der Versuchsleiterin für redlich hielten“, so Ludwig Huber, Studien-Letztautor und Leiter der Abteilung für vergleichende Kognitionsforschung und des Messerli Forschungsinstituts der Vetmeduni.

Verhaltenähnlich wie bei Kleinkindern und Menschenaffen

Können Hunde nun wirklich „Gedanken lesen“? Das ist laut den Forscher:innen weiterhin unklar. Dazu Studien-Erstautor Christoph J. Völter vom Intelligent Canine Lab der Vetmeduni: „Unsere Ergebnisse liefern solide Beweise dafür, dass Hunde zwischen ähnlichen Handlungen, die zum gleichen Ergebnis führen, aber mit unterschiedlichen Absichten verbunden sind, unterscheiden. Sie verhielten sich damit wie Kleinkinder und Menschenaffen in vergleichbaren Situationen.“ Ob ähnliche kognitive Fähigkeiten dafür die Grundlage sind, ist laut Völter möglich, aber durch die Studie nicht bewiesen.

Der Artikel „Unwilling or Unable? Utilizing 3D monitoring to guage canine’ reactions to differing human intentions“ von Christoph J. Völter, Lucrezia Lonardo, Maud GGM Steinmann, Carolina Frizzo Ramos, Karoline Gerwisch, Monique-Theres Schranz, Iris Dobernig und Ludwig Huber wurde in der „Proceedings of Royal Society B“ veröffentlicht.
https://www.biorxiv.org/content material/10.1101/2022.07.09.499322v1

###

Über die Veterinärmedizinische Universität Wien:
Die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni) ist eine der führenden veterinärmedizinischen, akademischen Bildungs- und Forschungsstätten Europas. Ihr Hauptaugenmerk gilt den Forschungsbereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierhaltung und Tierschutz sowie den biomedizinischen Grundlagen. Die Vetmeduni beschäftigt 1,500 Mitarbeiter:innen und bildet zurzeit 2,500 Studierende aus. Der Campus in Wien Floridsdorf verfügt über fünf Universitätskliniken und zahlreiche Lehr- und Forschungseinrichtungen. Zwei Forschungsinstitute am Wiener Wilhelminenberg sowie ein Lehr- und Forschungsgut in Niederösterreich und eine Außenstelle in Tirol gehören ebenfalls zur Vetmeduni. Die Vetmeduni spielt in der globalen Prime-League mit: Im weltweiten Shanghai-Hochschulranking 2022 belegte sie abermals einen Platz unter den ersten Zehn im Fach „Veterinary Science”. www.vetmeduni.ac.at


Wissenschaftliche Ansprech associate:

Dr.rer.nat. Christoph Volter
Messerli Forschungsinstitut (MFI)
Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung
Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni)
Christoph.Voelter@vetmeduni.ac.at


Authentic publication:

Der Artikel „Unwilling or Unable? Utilizing 3D monitoring to guage canine’ reactions to differing human intentions“ von Christoph J. Völter, Lucrezia Lonardo, Maud GGM Steinmann, Carolina Frizzo Ramos, Karoline Gerwisch, Monique-Theres Schranz, Iris Dobernig und Ludwig Huber wurde in der „Proceedings of Royal Society B“ veröffentlicht.
https://www.biorxiv.org/content material/10.1101/2022.07.09.499322v1


Extra Info:

https://www.vetmeduni.ac.at/universitaet/infoservice/presseinformationen/pressei…


image


Merkmale dieser Pressmitteilung:

Journalisten, jedermann
Biologie, Tier / Land / Forst
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *