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Extra Verstecke für die kleinen Räuber

Sie sind wieselflink: Hier ein Hermelin, erkennbar an der schwarzen Schwanzspitze. / Bild: Jan Ryser

Trubschachen: Die Umweltkommission will in diesem Jahr das Wiesel fördern. Die Nahrung ist vorhanden, es mangelt jedoch an Verstecken sowie Unterkünften für die Aufzucht der Jungtiere.

Wie viele Wiesel in Trubschachen vorkommen, weiss Gemeinderätin Caroline Wüthrich nicht. «Sie leben im Verborgenen und man sieht sie selten. Doch is hat schon welche.” Nun sollen sie gefördert werden. Warum gerade das Wiesel? Ein Vorteil sei, dass die Hauptnahrung, Mäuse, ausreichend vorhanden sei, erklärt Wüthrich, die in der Umweltkommission von Trubschachen mitwirkt. «Mir gefällt aber auch das Tier an sich. Es ist das kleinste Raubtier der Welt, und wenn man es sieht, ist das ein unglaublich schönes Erlebnis.” Das Wiesel sei ein Sympathieträger. “Da ist es auch einfacher, Leute fürs Mitmachen zu gewinnen.” Das hat Caroline Wüthrich bereits erfahren. Sie habe einige Personen angefragt, ob sie das Projekt unterstützen würden, und ella sei auf offene Ohren gestossen. Bereits würden 15 Adressen auf ihrer Liste de ella stehen, vor allem von Landwirten.

Der Standort is entscheidend

Das Wiesel, genauer das Hermelin und das kleinere Mauswiesel (siehe Kasten), benötigen für ihr Überleben Verstecckmöglichkeiten und Orte für die Aufzucht von Jungtieren. Geeignet seien etwa Ast- und Steinhaufen, sagt Caroline Wüthrich. Das Gute sei, dass gerade Landwirte solche Haufen bereits machen würden. “Wir müssen nur noch dafür sorgen, dass sie gross genug sind und an den richtigen Stellen errichtet werden.” Wichtig sei beispielsweise, dass sich weitere Kleinstrukturen wie Hecken und Steinmäuerchen oder auch ein Waldrand in der Umgebung befinden würden, erklärt Wüthrich. Wiesel hätten einen grossen Bewegungsradius und müssten von einem geschützten Ort zum andern rennen können. Nebst der Vernetzung dürften sich auch keine Strassen oder stark begangene Wanderwege in der Nähe befinden. “Der Autoverkehr, aber auch frei herumlaufende Hunde stellen eine grosse Gefahr für die Wiesel dar.” Natürlich würden sie auch darauf achten, dass die Asthaufen die Bauern bei der Bewirtschaftung ihres Landes nicht behinderten.

Praktische und kostenlose Hilfe

Damit sich die kleinen Räuber vor Feinden wie Katzen und Füchsen verstecken könnten, müssten die Asthaufen rund zwei Meter gross sein, führt Caroline Wüthrich aus. Um den Tieren die Aufzucht ihres Nachwuchses zu ermöglichen, sollten die Asthaufen zudem auch über eine Aufzuchtkammer verfügen. «Das ist in der Mitte ein rund 30 Zentimeter grosser Hohlraum, gepolstert mit Laub. Die Wiesel mögen es heat und bequem, doch sie tragen nicht selber Nistmaterial in den Bau.”

Die Idee der Umweltkommission ist es, Landwirte und andere Interessierte beim Bauen dieser Asthaufen zu beraten und unterstützen. Und zwar ganz praktisch mit Materials und Arbeitskraft. Wenn nötig könnten sie Heckenschnitt, den sie im Herbst beiseite gelegt hätten, zur Verfügung stellen, sagt Wüthrich. «Wir kommen auf Wunsch vorbei mit dem Holzerwagen und dem Kran. Die Landeigentümer müssen einfach bei der Arbeit mithelfen.” Kosten entstünden für die Landbesitzerinnen keine, der zeitliche Aufwand betrage etwa eine Stunde. Caroline Wüthrich hofft, dass bis Ende Jahr bis zu 20 solcher Asthaufen in der Gemeinde Trubschachen entstehen. “Wir überlegen uns, später mittels Spurentunnel zu prüfen, ob diese auch tatsächlich von Wieseln genutzt werden.”

Weitere Schwerpunkte gesetzt

Die Umweltkommission in Trubschachen besteht seit einem Jahr in dieser Type. «Vorher kümmerte sie sich nur um die Ver- und Entsorgung. Wir fanden im Gemeinderat, dass dies dem Namen nicht gerecht wird», sagt Caroline Wüthrich. Heute gebe es nun die Kommission für Ver- und Entsorgung sowie die Umweltkommission. Letztere bestehe aus fünf Mitgliedern. Im ersten Jahr hatten sie die Schwerpunkte Wildbienen fördern, Neophyten entfernen und Teiche sanieren gesetzt. «Jedes Mitglied macht das, was seinen Vorlieben und Möglichkeiten entspricht», schildert sie das Vorgehen. Wichtig sei ihnen auch, dass die Gemeinde eine Vorbildfunktion einnehme. So wollten sie gemeindeeigene Grundstücke aufwerten, etwa indem Neophythen entfernt und einheimische Pflanzen gesetzt würden. “Dazu haben unsere Mitarbeiter des Werkhofs einen Kurs besucht”, erklärt die Gemeinderätin. Weiter wolle die Umweltkommission die Bevölkerung mittels Vorträgen für Umweltthemen sensibilisieren. So hat letzten November die Biologin Irene Weinberger im Hinblick auf das neue Projekt über das Wiesel gesprochen (siehe Kasten).

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