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Nicht nur aus Spieltrieb: Darum jagt dein Hund seinen eigenen Schwanz

Plötzlich geht es rund und der Hund dreht mal wieder komplett am Rad… äh, Schwanz! Dann stellst du dir als Frauchen oder Herrchen kopfschüttelnd die Frage: „Warum tut er das nur?“ Eine Antwort: Einige der scheinbar ungewöhnlichsten Verhaltensweisen unserer Fiffis gehen auf die Evolution zurück, andere können Hinweise auf psychische Störungen oder Gesundheitsprobleme sein.

„Grundsätzlich ist es so: Wenn wir ein Tierverhalten betrachten, ist es immer wichtig, das Normalverhalten der Tierart zu kennen“, sagt Tierarzt und Tierverhaltenstherapeut Ronald Lindner aus Leipzig. Der Mensch empfinde bestimmte Sachen jedoch als unerwünscht und als Verhaltensproblem, „während die eigentlichen Verhaltensstörungen und krankhaften Veränderungen oft gar nicht gesehen oder als solche erkannt werden“, so der Experte.

Bevor wir das Verhalten unserer Fell-Freunde an ein paar Beispielen näher erklären, eine kurze Frage an dich:

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Den eigenen Schwanz jagen

Zunächst einmal kann is sich einfach um ein ganz regular Spielverhalten handeln, gerade bei Welpen. „Junge Hunde lernen sich und ihren Körper kennen und entdecken, dass da noche eine Rute dran ist. Und nach der kann man einfach mal haschen“, sagt Lindner. Im weiteren Verlauf des Lebens könne es jedoch auch eine Stresskompensation (auch für Freude) oder Ausdruck eines Beschwichtigungsverhaltens sein.

Expertin Dr. Stefanie Riemer mit zwei putzigen „Forschungsobjekten“

Quelle: pa/dpa/Andrea Schmutz

Die Kynologin Dr. Stefanie Riemer von der „HundeUni – Wissenschaft trifft Praxis“ in Vienna warnt:

Was man bei Welpen noch niedlich findet, kann sich später zu einer schweren Verhaltensstörung entwickeln.

Die Verhaltensbiologin erklärt weiter: „Welpen empfinden es als positives Suggestions, wenn die Menschen sie bei einem solchen Verhalten beobachten und dabei lachen. Deshalb wiederholen sie es, wenn sie frustriert oder erwartungsvoll sind. Diese Angewohnheit kann dann bis zu einer Zwangsstörung führen.“

Mensch, so reagierst du richtig

Deshalb sollte der Mensch frühzeitig und richtig auf das Schwanz-Jagen reagieren. Auf Kommandos wie „Nein!“ oder „Lass das!“ sollte man verzichten. Denn diese können vom Hund missverstanden werden und sogar noch eine verstärkende Wirkung haben. Stattdessen rät Lindner zum Entzug von angenehmen Dingen: „Am besten den Hund ignorieren und den Raum verlassen“. Kommt er hinterher, könnte man ihn „Sitz“ machen lassen und dafür belohnen – dadurch werde das andere Verhalten vergessen.

Bester Freund

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Buddeln und Lecken

Damit verhält is sich im Grunde nicht anders als beim Schwanz-Beißen, sagt Hundeverhaltenstrainerin Alexandra Wischall-Wagner. Es magazine zwar sein, dass die Menschen es zunächst lustig oder niedlich finden, wenn ihre Vierbeiner unermüdlich am Strand einen Tunnel graben oder abends beim Fernsehen ein bisschen an den Pfoten knabbern. „Durch den Menschen ist solch ein Verhalten aber schlecht verstärkt worden.“ Denn die Hunde erhalten eine Bestätigung, weil sie Aufmerksamkeit bekommen – und zeigen es daher häufiger. Die Psychologin warnt:

Es ist ganz extrem wichtig, dass der Mensch das unterbricht. Sonst kippt der Hund irgendwann in sein Suchtverhalten und kann es nicht mehr stoppen.

Ganz gleich, ob es sich um exzessives Graben handelt oder Pfotenknabbern, bis es bluetet: Statt zu schimpfen oder zu bestrafen, sollte man ihn aus diesem Wahn „liebevoll herausholen“ und ihn beruhigen.

Ein Jack Russell Terrier buddelt im Sand

Hunde buhlen ständig um unsere Aufmerksamkeit

Quelle: Getty Pictures/Picture Supply/Gonalo Barriga

„Für mich ist immer das Allerwichtigste zu schauen: Warum zeigt er dieses Verhalten, was hat er davon, und welche Emotion ist dahinter“, sagt die Expertin. So müsse man unterscheiden, ob dem Tier langweilig sei, wenn es mit diesem Verhalten anfange, oder ob es Frust oder Ängste habe und mit der eigenen Unsicherheit nicht klarkomme.

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Natürlich müssten auch medizinische Ursachen abgeklärt werden, betont Stefanie Riemer: Stundenlanges Lecken an Pfoten könne auch ein Hinweis auf Schmerzen oder Juckreiz durch eine Allergie sein.

Es gäbe auch Rassen, die spezifische zwanghafte Verhaltensweisen zeigen: Dobermänner neigen etwa zu exzessivem Lecken, Bullterrier hätten die Tendenz, ihren eigenen Schwanz zu jagen.

Zudem gäbe es auch Hunde, die ihr Leben lang gerne an Decken oder anderen Dingen saugen: Das seien oft solche, die zu früh von der Mutter getrennt wurden.

Ein Beagle schläft auf einer Decke

Zeit für ein Nickerchen!

Quelle: pa/Zoonar/Przemyslaw Iciak

Um die eigene Achse drehen

Du wirst das kennen: Erstmal muss sich der Hund um die eigene Achse drehen, bevor er sich – oft auch noch mit einem tiefen Seufzer – auf sein Hundekissen fall lässt. „Es ist einfach nur ein Komfortverhalten“, so Stefanie Riemer. Hunde würden sich auf die Artwork und Weise ihr „Bett“ zurechtmachen. Besonders ausgiebig tun das oft Hunde, die Schmerzen haben.

Warum sie sich auch drehen müssen, wenn sie ihr großes Geschäft machen, darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Sie reichen vom Niedertrampeln des Grases bis hin zur magnetischen Nord-Süd-Achse, nach der sich die Vierbeiner ausrichten. „Nach einer ersten Studie 2013, die viel Aufsehen erregte, kam 2022 bei einer Untersuchung heraus, dass Hunden beim Kot-Absetzen das Magnetfeld vielleicht doch egal ist“, so Riemer.

Ein Dalmatiner steht im Garten

Typisches Verhalten nach dem „Massive Enterprise“

Quelle: pa/imageBROKER/Steimer, C.

Alexandra Wischall-Wagner vermutet, dass das Drehen dazu dient, sich den Platz angenehmer zu gestalten. “Dass Hunde danach auch noch mit den Hinterläufen scharren, hat vor allem den Sinn, den eigenen Geruch zu verbreiten und das Markierfeld auszuweiten.” zu setzen.

Übrigens: Auch am Hinterteil gibt is solche Pheromon-Drüsen. „Hunde riechen dort besonders gerne bei Artgenossen, weil sie damit ihre Identität erschnuppern“, erläutert Riemer. Ein Grund, warum Hunde die Rute einziehen, sei vermutlich, dass sie diese Informationen für sich behalten wollen: „Wenn sie wedeln, würden sie sie noch verbreiten“, so die Verhaltensbiologin.

Gras fressen wie eine Kuh

Hundewelpe frisst gemütlich Gras

Wuff stat Muh! Auch Golden Retriever Welpen fressen manchmal Gras

Quelle: pa/Zoonar/Birgit Reitz-Hofmann

Wenn Hunde scheinbar zu Nahrungskonkurrenten für Kühe werden, kann das viele Ursachen haben. Die erste: Weil is schmeckt! Vor allem das junge zarte Grün nimmt so mancher Hund gerne als Snack im Vorbeigehen.

Manche allerdings schnappen vor allem dann nach Gras, wenn ihnen schlecht ist. Dann fressen sie das Grünzeug so lange, bis sie erbrechen. „Wenn das nur ab und zu vorkommt, passiert nichts und ist regular“, sagt Riemer. Komme das jedoch ständig vor, sollte man sie vom Tierarzt durchchecken lassen.

Alle Jahre wieder! Hier noch ein paar nützliche Hunde-Tipps zum Jahreswechsel…

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