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Spürhund für Datenträger: Kommissar Pfote im Einsatz

“Dimitri, schnuffln!” Wenn dieses Kommando von Herrchen Ralf Strasser-Moraras kommt, geht es für den Schäferhund an die Arbeit. Der zweieinhalbjährige Rüde ist ausgebildeter Datenträgerspürhund. Er ist darauf trainiert, elektronische Speichermedien zu erschnüffeln. Dabei können die SD-Karten, USB-Sticks und Festplatten noch so klein sein, Dimitri findet sie. Um seine Nase auf diese besondere Suche zu konditionieren, ist er gemeinsam mit seinem Herrchen zehn Wochen lang in Nordrhein-Westfalen ausgebildet worden.

Geschnüffelt wird in jeder Nische

Ein Datenträgerspürhund ist laut Strasser-Moraras vergleichbar mit einem Drogen-oder Leichenspürhund. Doch diese Artwork der Spezialisierung bedeutet eine intensivere Arbeit für den Hauptkommissar und seinen Vierbeiner. Denn bei einem Einsatz, beispielsweise in einem Büro oder einer Wohnung, muss jede noch so kleine Ecke und Nische abgegangen werden. Da Speichermedien heutzutage nur wenige Zentimeter groß sind und nahezu keinen Eigengeruch haben, muss Dimitri so viel und so nah wie möglich alles “abschnuffln” können.

Pilot venture in Bayern

In Bayern werden die Vierbeiner an der Diensthundeschule der Polizei in Herzogau im Landkreis Cham ausgebildet und trainiert. Ralf Strasser-Moraras bildet seit Jahren Jung-, Rauschgift- und Banknotenhunde aus. Nun hat er sein Repertoire um Datenträgerspürhunde erweitert. Bevor sich der Oberbayer und sein Hund de el haben ausbilden lassen, hat er sich die besondere Artwork der Ausbildung in anderen Bundesländern angesehen. Sympathisch erschien ihm die Methode aus Nordrhein-Westfalen und dort hat er mit Dimitri dann auch die Ausbildung gemacht. Im Freistaat ist die Ausbildung zum Datenträgerspürhund seit Anfang dieses Jahres ein Pilotprojekt der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Einsatz bei Kinderpornografien

Eingesetzt werden die Tiere beispielsweise im Bereich der Kinderpornografie, des sexuellen Missbrauchs von Kindern, aber auch bei Tötungsdelikten und organisierter Kriminalität. “Eigentlich können die Hunde überall eingesetzt werden, denn überall kann ein Datenträger versteckt sein”, erklärt der Hauptkommissar. Und schon jetzt können die sechs ausgebildeten Hunde in Bayern erste Erfolge vorweisen. Dimitri hat beispielsweise in einem Verdachtsfall von sexuellem Kindesmissbrauch zwei versteckte USB-Sticks in der Wohnung des Verdächtigen gefunden.

Intensive Coaching

Eine einmalige Ausbildung reicht nicht aus, damit Hunde für den Relaxation ihres Lebens Datenträger erschnüffeln zu können. Stattdessen müssen nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Besitzer ständig trainieren. An der Diensthundeschule in Herzogau wird deshalb nicht nur ausgebildet, sondern auch regelmäßig unter realen Bedingungen geübt. Ein eingerichtetes Zimmer dient dort unter anderem als “Tatort”. Verschiedene Speichermedien sind vorab im Raum versteckt worden, beispielsweise hinter einer Fußbodenleiste oder zwischen den Lamellen einer Jalousie. “Dimitri” und sein Herrchen from him betreten den Raum. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt für den Schäferhund der “schnuffln”-Befehl. Der schwarz-graue Rüde beginnt daraufhin lautlos und konzentriert dem Raum abzuschnüffeln. Nach nur wenigen Minuten hat er alle Verstecke gefunden.

Arbeitskollege und Familienmitglied

Nach einem Arbeitseinsatz oder Coaching ist es extrem wichtig, mit ihm zu spielen, erklärt der Hundeausbilder. Das Schnüffeln verlangt dem Tier nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv viel ab. Ralf Strasser-Moraras kann sich ein Leben ohne seinen tierischen Freund gar nicht mehr vorstellen. Für ihn ist “Dimi”, wie er ihn nennt, nicht nur ein vierbeiniger Arbeitskollege, sondern Freund und Teil der Familie.

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