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Untersee Nachrichten – «Absolut hemmungslos»

09.21.2022 23:45

Aktuelles Aufreger-Thema in den Leserbriefen des «Bote vom Untersee und Rhein»

Eine Anwohnerin des Seeparks Eschenz hat sich in einem Leserbrief über ungebührliches Verhalten auf den Inseln Werd beklagt. Unter anderem hat die aufgebrachte Seniorin ein Pärchen beim Intercourse beobachtet. Selbst schuld, wenn man den ganzen Tag mit dem Feldstecher auf der Terrasse steht, spotten andere – obwohl sie die ursprüngliche Kritik der Frau für berechtigt halten.

Eschenz “Wohnen, wo andere Ferien machen”, so wurden die 2019 bezogenen Neubauwohnungen im Seepark Eschenz dereinst von der Häberlin AG beworben. «Einmalige Ausblicke in die Umgebung» seien hier möglich, unter anderem eine «einmalige Aussicht auf die Klosterinsel Werd».

“Rücksichtsloses Verhalten”

Es müssen Versprechungen wie diese gewesen sein, die Charles und Gabriele Balsiger davon überzeugten, hier an der Mettlenstrasse eine Attikawohnung direkt gegenüber des beliebten Ausflugsziels zu beziehen. Womit sie wahrscheinlich nicht gerechnet haben, ist die Artwork und Weise, wie andere Ferien machen. Und um was für einmalige Ausblicke es sich hier handeln kann.

In einem Leserbrief hat Gabriele Balsiger kürzlich ihrem Ärger Luft gemacht. Seit sie hier wohne, beobachte sie viel «rücksichtsloses Verhalten» im Naturschutzgebiet der Werd-Inseln. Sie schreibt von Picknicks mit Kühltasche und Stühlen, von Booten, die ankern und über Nacht bleiben, von Kindern, die Steine ​​auf Wasservögel werfen und von jagenden Hunden, die frei herumlaufen. Was sich jedoch an einem Sonntagmittag abgespielt habe, für alle intestine sichtbar, wie sie betont, entbehre jeder Fantasie und sei an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Detailreich schildert die Anwohnerin: «Gegen 13 Uhr machte sich ein Pärchen – reiferer Mann mit einer jungen Frau, die intestine und gerne seine Tochter sein könnte – mitten im Naturschutzgebiet, direkt gegenüber dem am Wochenende stark frequentierten Rhyweg und einer Parkbank breit: Badetuch ausbreiten, Getränke bereitstellen, Campingstuhl aufstellen, sich bis auf ein kleines Höschen entblössen.” Das alleine sei schon unglaublich, findet die empörte Beobachterin. “Aber nach einer kurzen Siesta ging man dann absolut hemmungslos zu freizügigen sexuellen Handlungen über, ohne irgendwelche Scham, geschweige denn Anstand und Respekt.” Nach dem Akt sei das Paar dann «genauso hemmungslos» nackt im Rhein geschwommen.

Gemeinde in der Kritik

Gabriele Balsigers Leserbrief erschien vier Tage später zusätzlich im «Steiner Anzeiger». Die «Schaffhauser Nachrichten» machten sogar einen Hausbesuch und berichteten reside von der Terrasse der Balsigers. Welche die Gelegenheit nutzten, weitere Particulars des Schäferstündchens zu verraten (“Das conflict kein Quickie, die haben sich richtig Zeit gelassen”) und zusätzlich ordentlich Kritik nach allen Seiten abzuladen. Im ausführlichen Zeitungsbeitrag beklagen die beiden Senioren zunächst eine allgemeine Abnahme der Zivilcourage. Viele Leute würden sich heute einfach nicht mehr getrauen, den Mund aufzumachen. Die Gemeinde Eschenz gerät danach ins Kreuzfeuer. Wenigstens Hinweistafeln sollte diese aufstellen, welche das Naturreservat kennzeichnen und darauf hinweisen, Hunde anzuleinen. Schon kurz nach seinem Einzug sei Charles Balsiger bei der Gemeinde vorstellig geworden, he habe später noch einmal insistiert. Daraufhin sei eine «bescheidene Absperrung» installiert worden, was aber offensichtlich nicht ausreiche.

In ihrem Leserbrief greift Gabriele Balsiger zudem die auf dem Kloster der Hauptinsel wohnenden Franziskaner-Brüder an. Auch die würden nichts unternehmen.

Für den Zeitungsbeitrag liess sich das Ehepaar auf seiner Terrasse ablichten. Im Hintergrund sind die Inseln zu erkennen. Doch ohne Hilfsmittel, das ist ahnbar, sieht man hier nicht weit. So ist es kaum verwunderlich, dass in den zwei bisher erschienenen Repliken auf Gabriele Balsigers Leserbrief vor allem Spott zu hören ist. Könnte es sein, dass Sie einen noch besseren Feldstecher benötigen, um Paare bei intiman Handlungen zu beobachten, fragt eine Leserbriefschreiberin aus Etzwilen. «Oder störte es Sie, dass der Liebhaber nicht jünger conflict? Wäre ja vielleicht noch aufregender gewesen. Sie waren ja ganz schön ausdauernd im Beobachten.” Die Frau ist selbst der Meinung, dass man sich in der Öffentlichkeit anständig verhalten muss. Dennoch schliesst sie ihre Replik mit: “Anstand ja, aber manchmal muss man auch die Mitmenschen leben lassen.”

“Herrlich”, so daraufhin der Beifall eines Steckborners. Er müsse schmunzeln: Ihn erinnern die Balsigers an verbitterte Rentner, wie sie von Kabarettist Emil Steinberger aufs Korn genommen werden. Richtige Realsatire. Wo bei ihm der Spass jedoch aufhört, ist die Drohung von Gabriele Balsiger, das «schamlose Paar», sollte es sich nochmals auf die Insel wagen, zu fotografien und im Web anzuprangern. Wohl wissend, dass sie sich damit strafbar machen würde. Was kommt als Nächstes? Drohnen? Mit dieser überzogenen Drohung werde ihre teils berechtigte Kritik de ella zunichtegemacht.

Von Stefan Boker

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