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Verhalten bei Wolf, Wildschwein & Co.: Solltest du reagieren

Wie soll ich mich verhalten, wenn mir ein Wolf über den Weg läuft? Oft ist der erste Impuls, wegzurennen. Das ist jedoch keine gute Idee. Wie du dich stattdessen verhalten solltest und warum es sehr wichtig ist, deinen Hund im Wald an die Leine zu nehmen, erfährst du hier.

Das richtige Verhalten kann im Wald über deine Sicherheit entscheiden. Deutsche Wälder sind überwiegend Forstwälder, die weder dicht, noch dunkel erscheinen. Einem anderen Wildtier als einem Eichhörnchen über den Weg zu laufen ist in dieser „Wildnis“ eher unwahrscheinlich, aber auch nicht auszuschließen.

Wer auf ausgeschilderten Wanderwegen bleibt, geht Tieren gekonnt aus dem Weg, doch wer in dichten Laubwäldern oder auf abgelegenen Pfaden in der Natur unterwegs ist, dem kann durchaus das ein oder andere Tier begegnen. Die häufigsten Begegnungen sind die mit einem Hirschen oder einem Wildschwein, sehr selten die mit einem Wolf oder einem Luchs. Dennoch: das richtige Verhalten ist wichtig. Wer möchte schon für einen Wolf bedrohlich wirken? Oder, noch schlimmer, leichte Beute für einen Bären sein?

Begegnung mit einem Wildschwein

Männchen mit Hauern und Weibchen mit Nachwuchs sind gefährlich.
(Picture: CC0/Pixabay/Mikewildadventure)

Auch, wenn viele Wölfe mehr fürchten – es ist um einiges wahrscheinlicher, im Wald auf ein Wildschwein zu treffen. Die Tiere fresen zwar überwiegend Wurzeln, Triebe oder kleine Säugetiere, doch die spitzen Hauer machen das Wildschwein auch für uns zu einem gefährlichen Wildtier. Es sind scharfe Waffen, die vor allem Keiler, additionally männliche Wildschweine, zur Verteidigung oder bei Kämpfen untereinander einsetzen.

Wildschweine können sich wehren und es gibt in deutschen Wäldern viele von ihnen. Statistisch gesehen geht von ihnen eine größere Gefahr aus als vom Wolf, schreibt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in einem Wolf-Ratgeber. Sie sind allerdings scheu und greifen nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Das kann allerdings schneller der Fall sein, wenn sie Frischlinge, additionally Junge bei sich haben.

Solltest du einem Wildschwein begegnen, kehre ihnen nicht den Rücken zu, sondern bewege dich langsam rückwärts und entferne dich behutsam. So zeigst du, dass du keine Gefahr bist. Sollte es keine Rückzugsmöglichkeit für dich geben, mache dich groß und klatsche in die Hände.

Begegnung mit Luchs und Wildkatze

Der Luchs – eine ungefährliche Schönheit.
Der Luchs – eine ungefährliche Schönheit.
(Picture: CC0/Pixabay/ambquinn)

Eine Begegnung mit einem Luchs ist mehr als unwahrscheinlich. Falls du aber doch einmal einem Luchs oder einer Wildkatze im Wald begegnen solltest, verharre und genieße den Anblick. Diese Tiere zu sichten ist selbst für Biolog:innen und Förster:innen wie ein Lottogewinn, eher bekommt man die Beutejäger auf Wildkameras zu sehen. Es sind sehr scheue Tiere, die opportunistisch jagen, additionally lauern und sich anpirschen. Der Luchs ist für den Menschen ungefährlich und es gibt bisher keinen einzigen Beleg über einen Angriff. Sollte dich ein Luchs verletzen, suche eine:n Ärzt:in auf, denn Luchse können an der Tollwut erkranken.

Solltest du einen Luchs gesichtet haben, freuen sich die zuständigen Behörden in deinem Kreis über die Meldung. Dafür kannst du dich beim zuständigen Landesamt für Umwelt melden. In Gebieten, in denen der Luchs vermehrt zurückgehest ist, gibt es auch einschlägige Webseiten, wie diese hier: Luchsprojekt Harz.

Begegnung mit einem Wolf

Der Wolf ist ein scheues Tier, das den Menschen nur angreifen könnte, wenn er sich besonders provoziert fühlt.
Der Wolf ist ein scheues Tier, das den Menschen nur angreifen könnte, wenn er sich besonders provoziert fühlt.
(Picture: CC0/Pixabay/ambquinn)

Im Jahr 2000 kam der Wolf nach Deutschland, die ersten Wolfswelpen wurden in Freiheit geboren. Menschen, die nahe mit der Natur leben, muststen lernen sich bei einem Wolf richtig zu verhalten.

Bei dem officiellen Monitoring im Jahr 2020/2021 wurden mehr als 150 Rudel gesichtet. Der Wolf erobert sein natürliches Territorium, die Wälder, zurück. Immer wieder begegnen sich Wolf und Mensch im Wald, jedoch sind die Sichtungen immer noch eine Seltenheit, so scheu und vorsichtig wie der Wolf ist.

Verhalten bei Wolf: Solltest du einem Wolf im Wald begegnen, verfalle nicht in Panik. Du stehst nicht auf dem Speiseplan des Raubtieres, er bevorzugt Reh, Rotwild oder Wildschwein. Davon bekommt er in Deutschland genug, es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass du einem hungrigen Tier begegnest. Laut Nabu hat es seit 2000 keine State of affairs gegeben, bei der sich der Wolf einem Menschen gegenüber aggressiv gezeigt hat.

Wenn du auf einen Wolf triffst, gibt es laut Nabu eine Reihe von Empfehlungen, wie du dich verhalten solltest:

  • Beobachte das Tier ruhig.
  • Bleibe stehen und renne nicht weg.
  • Halt Abstand.
  • Lass dem Wolf genug Raum, damit er sich zurückziehen kann.
  • Solltest du dich unwohl fühlen, mache dich gross. Richte dich auf, mache deine Jacke auf und spanne sie auf.
  • Rufe laut oder klatsche laut in die Hände, so kannst du den Wolf vertreiben.
  • Gehe dem Wolf nicht hinterher, versuche ihn auch nicht anzulocken oder Selfies mit ihm zu machen.
  • Ziehe dich langsam zurück.

Übrigens solltest du auch diese Sichtung melden. Wolfsberater:innen und Wolfsbeauftragte sammeln in den einzelnen Bundesländern Hinweise auf Wölfe und können dir über den Bestand in deiner Umgebung Auskunft geben. Die Ansprechpersonen in deinem Bundesland findest du unter www.dbb-wolf.de.

Begegnung mit einem Bären

Braunbären gelten in Deutschland als ausgestorben.
Braunbären gelten in Deutschland als ausgestorben.
(Picture: CC0/Pixabay/Bergadder)

Wie in vielen anderen Ländern gilt der Bär auch in Deutschland als ausgestorben. Solltest du ihm allerdings auf Reisen begegnen, gelten ähnliche Verhaltensregeln wie bei einem Wolf.

Zusätzlich kann helfen:

  • Sollte der Bär dich noch nicht bemerkt haben, erschrecke ihn nicht durch panische Reaktionen. Mache ihn durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf dich aufmerksam. Halte dabei Abstand.
  • Renne nicht weg.
  • Versuche nicht, ihn zu verscheuchen oder mit Steinen oder Ästen zu bewerfen.
  • Behalte ihn im Auge und tritt langsam und kontrolliert den Rückzug an.
  • Lasse dem Bären eine Ausweichmöglichkeit.

Wenn der Bär sich aufrichtet, keine Panik. Er ist ein neugieriges Tier und möchte dich besser wittern und überblicken können. Sollte er dich trotz deines ruhigen Verhaltens angreifen, he lege dich auf den Bauch flach auf den Boden oder kauere dich zusammen und nimm die Hände in den Nacken. Ein Rucksack schützt deinen Rücken, nimm ihn nicht ab. Bleibe in der Place, bis der Bär weggeht oder von dir ablässt.

Begegnungen mir Bären sind selten. Wahrscheinlicher ist es, dass du Spuren im Wald entdeckst. In dem Fall fotografiere den Spurenverlauf und den Abdruck einer einzelnen Pfote mit einem Größenvergleich (zB Stift). Je nach Land und Gebiet gibt es zuständige Behörden. In Österreich bieten Organizationen wie der WWF Formulare an, die du an die unten angehängten Ansprechpersonen schicken kannst: Bärenformular.

Mit Hund im Wald

Ein freilaufender Hund kann Waldtieren hinterher jagen.
Ein freilaufender Hund kann Waldtieren hinterher jagen.
(Picture: CC0/Pixabay/ToNic-Pics)

Es ist so wichtig, dass es nicht oft genug wiederholt werden kann: Leine deinen Hund im Wald an. Auch wenn es verführt, deinen Vierbeiner in der Idylle der Natur frei laufen zu lassen, es ist sowohl für Waldtiere, wie auch für deinen Hund gefährlich. Im schlimmsten Fall kann er für seinen Jagdtrieb mit dem Leben bezahlen. Zum Beispiel, wenn er einem ausgewachsenen Hirsch begegnet. In der Brunftzeit im Herbst sind die Männchen aggressiver als zu anderen Jahreszeiten. Auch eine Bache (weibliches Wildschwein) mit Nachwuchs kann deinen Hund tödlich verletzen.

Du als Halter:in bist sowohl für das Leben der Waldtiere, wie auch das deines Haustieres verantwortlich.

Zusammengefasst: So begegnest du Wildtieren am richtig

  • Es ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, dass du einem Wildtier begegnest.
  • Für alle Arten gilt: Renne nicht weg, mache keine hektischen Bewegungen.
  • Drehe dich auch nicht auf dem Absatz um, sondern entferne dich langsam rückwärts.
  • Leinen Hunde immer an! Sie nehmen Tiere (zum Beispiel Wildschweine) früher wahr als Menschen.
  • Für alle Arten gilt: Besondere Vorsicht, wenn du einer Mutter mit Jungen begegnest. Diese Tiere nehmen ein größeres Risiko auf sich als ohne Jungen, können additionally schneller angriffslustig werden.
  • Für alle Arten gilt: Sollte dich ein Tier verletzt haben, gehe umgehend zum Arzt. Manche Tiere, wie der Fuchs oder Luchs können Tollwut übertragen.
  • Bei manchen Arten wie dem Wolf oder Luchs ist es ratsam, die Sichtung zu melden.

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Schlagwörter: Gewusst wie grad jetzt Natur Tiere Tierschutz

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